Speiseröhrenkrebs – Ursache, Symptome, Behandlung
An Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) erkranken deutschlandweit jedes Jahr 7.380 Menschen; davon 5.660 Männer und 1.720 Frauen. Männer sind häufiger und mit 68 Jahren drei Jahre früher an Speiseröhrenkrebs betroffen als Frauen. Bei beiden Geschlechtern gehen die Raten für die Altersgruppen unter 60 Jahre zurück, während sie in den höheren Altersgruppen eher ansteigen.
Risikofaktoren
Ganz klare Ursachen sind laut aktueller Forschungen nicht ermittelbar. Es gibt jedoch eindeutige Zusammenhänge zwischen der Entstehung des Karzinoms und dem individuellen Lebensstil. Erhöhter Alkohol- und Nikotinkonsum sowie eine vitaminarme Ernährung stellen Risikofaktoren dar. Die Kombination aus Rauchen und Alkohol ist für rund 75 Prozent der Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre verantwortlich. Vor allem starkes Übergewicht gilt als besonderer Risikofaktor. Menschen mit einem Body-Mass-Index von über 30 haben ein fast dreimal so hohes Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken wie Normalgewichtige.
Eine Ursache für die Entstehung eines Adenokarzinoms (bösartige Zellbildung ausgehend vom Drüsengewebe) ist ein vermehrter Säure- und zum Teil auch Gallerückfluss (Reflux) aus dem Magen, das häufig bei Sodbrennen auftritt. Dieser Reflux schädigt über einen Zeitraum von Jahren die Zellen in der unteren Speiseröhre. Der Körper ersetzt die zerstörten Zellen durch eine weniger säureempfindliche Schleimhaut. Diese Reflux bedingten Zellveränderungen in der unteren Speiseröhre sind eine Vorstufe für Speiseröhrenkrebs. Betroffene haben ein etwa 50-fach höheres Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken.
Was kann gegen einen Reflux getan werden?
Abhilfe können säurehemmende Medikamente schaffen.
Ein hoher Fettkonsum fördert den Säurerückfluss ebenso wie Vitaminmangel. Daher ist eine fettarme und vitaminreiche Ernährung dringend anzuraten.
Regelmäßige Magenspiegelungen sind empfehlenswert, um frühzeitig Veränderungen am Übergang Magen / Speiseröhre diagnostizieren zu können.
Symptome
▪ Schluckbeschwerden, anfangs nur bei fester Nahrung, später bei weicher, flüssiger Kost
▪ neu auftretendes Würgegefühl beim Schlucken, geräuschvolles Schlucken
▪ Schmerzen beim Schlucken, häufig krampfartig
▪ Sodbrennen
▪ Heiserkeit
▪ Gewichtsverlust
Diagnostik
Blutuntersuchungen
Durch eine Untersuchung des Blutes lässt sich der allgemeine Gesundheitszustand und die Funktion verschiedener Organe beurteilen.
Spiegelung der Speiseröhre (Ösophagoskopie)
Hierbei kann mithilfe einer Kamera, welche an einem Schlauch angebracht ist und geschluckt wird, die Speiseröhre und der Magen angeschaut werden. Dabei können Gewebeproben genommen und unter dem Mikroskop auf bösartige Zellen untersucht werden.
Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
Hierbei werden unterschiedliche Verfahren angewendet.
Kombiniert werden zum Beispiel die Spiegelung und der Ultraschall. Dabei kann die Speiseröhrenwand von innen angeschaut und festgestellt werden, wie tief der Tumor in die Wandschichten der Speiseröhre eingedrungen ist. Auch vergrößerte Lymphknoten lassen sich erkennen.
Mit einem normalen Ultraschall lassen sich von außen die inneren Organe wie Leber, Nieren, Nebennieren, Milz und Lymphknoten erkennen. Ein Tumor kann sichtbar sein aber auch vergrößerte Lymphknoten.
Computertomographie (CT) / Kernspintomographie (MRT)
Mit diesen Verfahren lässt sich beurteilen, ob und wie sich der Tumor aus der Speiseröhre entfernen lässt.
Therapie
In frühen Stadien kann der Speiseröhrenkrebs meist durch eine lokale Therapie beseitigt werden. Dabei wird die befallene Schleimhaut gezielt abgetragen, ohne dass eine Operation notwendig wird. Bei etwas größeren Tumoren ist eine Operation erforderlich. Die Heilungsrate beim sogenannten Frühkarzinom liegt bei 80 bis 90 Prozent.
Ist der Tumor tiefer in die Speiseröhrenwand eingewachsen oder hat er sich bereits ausgebreitet, kommen Operation, Bestrahlung und Chemotherapie infrage – entweder einzeln oder in Kombination. Oft ist es sinnvoll, zunächst mit einer Chemotherapie oder einer kombinierten Strahlen-Chemo-Behandlung zu starten, um den Tumor zu verkleinern. Danach folgt eine operative Entfernung. Wenn sich der Krebs nicht mehr heilen lässt, steht die Linderung der Beschwerden im Vordergrund. Dabei kommen verschiedene Chemotherapeutika und auch Immuntherapien zum Einsatz, die das Tumorwachstum hinauszögern können, um die Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten.
Wiederherstellung der Verbindung zwischen Speiseröhre und Magen
Wird bei der Operation von Speiseröhrenkrebs ein Teil der Speiseröhre entfernt, ist dadurch die Verbindung zum Magen-Darm-Trakt unterbrochen. Um die Nahrungsaufnahme wieder aufnehmen zu können, muss im zweiten Teil der Operation diese Verbindung wieder aufgebaut werden. Hierbei wird der restliche Teil der Speiseröhre mit dem schlauchförmig umgewandelten Magen verbunden. Sollte der Magen aufgrund von Voroperationen zu kurz sein, wird ein Teil des Dickdarms als Speiseröhrenersatz genutzt.
Prognose
Die Heilungschancen bei Speiseröhrenkrebs hängen stark vom Stadium der Entdeckung ab. Im frühen Stadium betragen die Heilungschancen 80 - 90 %. Bei fortgeschrittenen Stadien sind sie deutlich schlechter, da die Krankheit oft erst spät entdeckt wird und sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet haben können. Auch die Lage des Tumors ist entscheidend. Je höher der Tumor in der Speiseröhre sitzt, desto schlechter sind die Aussichten. Das Ösophaguskarzinom gilt mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 25 % bei Frauen bzw. 24 % bei Männern als ungünstige Prognose. Nur jeder dritte Tumor wird in einem noch frühen Stadium diagnostiziert.
Quellenverzeichnis:

